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Suchmeldung | Einzelobjekt

Allegorische Figurengruppe „Skulptur, Arithmetik und Architektur“

Lost Art-ID
596678
Hersteller/Künstler:in
Bertos, Francesco
Geburt
1693
Tod
1739
Wirkungsort
Rom
Titel
Allegorische Figurengruppe „Skulptur, Arithmetik und Architektur“
Datierung
1732
Objektart
Plastik / Skulptur
Objektgruppe
Plastik / Skulptur
Material / Technik
Marmor / geschnitten
Beschreibung

Eine fein ziseliert in Marmor (scalpeliert) gearbeitete, allegorische Gruppe von ca. 12 bis 13 Figuren, mit einem Kentaur, der eine junge Frau raubt, das Wahre und das Falsche darstellend; darum(?) gruppiert die allegorischen Figuren der

- Tugenliebe, die die Werkzeuge der Kunst vorzeigt;

- die Vollkommenheit („perfezione“), die die Verkörperung der Skulptur krönt,

- die Täuschung, die den Wert der Kunst erhöht,

- der Verdienst der den meißelnden Wert emporhebt,

- der Verstand, der die Wahrheit bildet,

- die Aritmetik und die Architektur.

Das Werk ist beschädigt. Die Attribute, die die Allegorien auszeichnen, sind in den Details nicht überliefert.

Angeblich soll der Bildhauer wegen der scheinbaren Unmöglichkeit dieser Arbeit unter dem Vorwurf, mit dem Teufel zusammengearbeitet zu haben, vor die Inquisition gestellt worden sein, da die menschliche Hand nicht in der Lage sei, ein solches Werk hervorzubringen.

Provenienz
1732 mit seinem Pendant, der Gruppe „Malerei und Musik“, bezahlt (und mit einiger Wahrscheinlichkeit von diesem bei dem Künstler in Auftrag gegeben) durch den General-Feldmarschall in venezianischen Diensten Matthias Johann von der Schulenburg (* 1661, † 1747); seit 1736 in den Inventaren von dessen Sammlung nachgewiesen; im Februar 1739 in das von dessen Neffen Adolf Friedrich von der Schulenburg (* 1685, † 1741) bewohnte Familienpalais in der Berliner Wilhelmstraße verbracht; nach dessen Tod in der Schlacht von Mollwitz in Besitz von dessen Bruder Christian Günther (* 1684, † 1765) Fideikommiss Matthias Johann von der Schulenburg; befand sich zum Zeitpunkt der Erstellung des gedruckten Inventars Berlin/Hehlen (um 1750[?]) bis mindestens ca. 1774-76 im Familienpalais in der berliner Wilhelmstr. 77; durch Erbfolge in den Wolfsburger Zweig der Familie von der Schulenburg; vor 1942 Schloss Wolfsburg (bis 1932 Landkreis Gardelegen, Provinz Sachsen; danach Landkreis Gifhorn, Provinz Hannover; heute Stadt Wolfsburg); 1897 dort zusammen mit einer zweiten Marmorgruppe und zwei ähnlichen, aber in Bronze gegossenen Gruppen von Bertos in Schloss Wolfsburg durch Parisius/Brinkmann als beschädigt beschrieben; danach verbracht in das neuerbaute Schloss Neumühle bei Tangeln, Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel; wohl 1945 bei der Flucht der Familie von der Schulenburg dort zurückgelassen
Literatur / Quelle
Dokumentiert in der Sammlung des Feldmarschalls M. J. von der Schulenburg und seiner Erben in Venedig und Berlin durch eine Vielzahl von Inventaren und andere zeitgenössische Quellen; Parisius, A./Brinkmann, A.: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Gardelegen, Hrsg.: Historische Commission der Provinz Sachsen, Halle a. d. Saale 1897, S. 203 [als „leider beschädigt“]; Binion, A.: La galleria scomparsa del maresciallo von der Schulenburg, Milano 1990, S. 127/28; Avery, Ch.: The Triumph of Motion: Francesco Bertos (1678-1741) and the Art of Sculpture, Turin, 2008, S. 14, 17, 18/19, 43/44, 69, 78-83, bes. Diagram 2, S. 82 sowie 190, Kat.-nr. 60; Krellig, H.: Feldmarschall und Kunstsammler. Matthias Johann von der Schulenburg (1661–1747). Ein unbekannter Bestand von Kunstwerken aus seiner Sammlung im Besitz der Grafen von der Schulenburg-Wolfsburg, Wolfsburg, S. 68
Veröffentlicht seit
19.11.2021
Ansprechpartner:in
Graf von der Schulenburg
Position
Verwaltung
Tel
+49 (0) 5363 97190
E-Mail
info@graf-schulenburg.de
Verlustumstand gemeldet als
Kriegsbedingt verbrachtes Kulturgut
Suchmeldung, Privatperson

Schulenburg-Wolfsburg, Günther Graf von der

Schlagworte
Permalink auf diese Seite
https://lostart.de/de/Verlust/596678

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