Allegorie des Glaubens
Eine ganze, am Boden sitzende weibliche Figur, den Blick zur rechten Seite gewandt, gekleidet in ein reich gefältetes, antikisches Gewand; das nach rechts gedrehte Gesicht unter einem die Gesichtszüge erkennbar lassendem Schleier, den rechten Arm herunterhängend, den linken, das Gewand raffend auf den Schoß gelegt. Die Figur ruht auf einem unbehauenen Postament und einem zeitgenössischen Sockel aus Marmor. Sie scheint eindeutig auf Frontalansicht gearbeitet zu sein, der linke Arm ist nur recht grob, klobig ausgeführt.
Antonio Corradini verdankte seinen Ruhm großteils den allegorischen Figuren verschleierter Frauen.
Die „Fede velata“ war unzweifelhafte eines der Hauptwerke der berühmten, in Venedig aufgebauten Sammlung des Feldmarschalls Matthias Johann von der Schulenburg. Das Bildwerk entspricht bis auf einige Falten einer fast identischen Figur Corradinis, die um 1721 als eine der Assistenzfiguren des Altars der Emma (Hemma) von Gurk im Dom zu Gurk in Kärnten aufgestellt worden ist.