Pückler-Callenberg-Bibliothek
Bücher, Erstdrucke, Frühdrucke/Inkunabeln, Karten, Musikalien, Periodika
Die Pückler-Callenberg-Bibliothek zählte mit ihrem Bestand zu den umfangreichsten Adelsbibliotheken in der Niederlausitz. Sie besteht aus zwei Bestandsgruppen, der Sammlung der Reichsgrafen von Callenberg und der Sammlung des gräflichen und fürstlichen Hauses Fürsten Pückler-Muskau und Branitz. Die Sammlung Callenberg mit ihrem ursprünglichen Verwahrort Muskau gelangte durch Heirat in den Besitz des Branitzer Zweiges des 1822 gefürsteten Grafen Hermann von Pückler-Muskau. Nach dem Verkauf der Standesherrschaft Muskau im Jahr 1845 wurde die Pückler-Callenberg-Bibliothek nach Branitz bei Cottbus verbracht. Dort erfolgte im Jahr 1945 die Enteignung auf besatzungsrechtlicher bzw. besatzungshoheitlicher Grundlage. Zugleich erlitt die Bibliothek durch sogenannte Beutekunstverbringungen und unberechtigte private Entnahmen erhebliche Verluste. Der nach 1989 wieder von verschiedenen Orten zusammengefaßte Bibliotheksbestand umfaßt derzeit 2.400 Titel mit ca 4.590 Bänden und ist zum größten Teil an seinem original historischen Standort in der Bibliothek des Schlosses auf- bzw. ausgestellt. Der im Jahr 1945 enteignete Bibliotheksbestand, der sich auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland befindet, unterliegt dem § 5 Ausgleichsleistungsgesetz vom 1. Dezember 1994. Der sogenannte Beutekunstverlust läßt sich bisher zahlenmäßig nicht zuverläßlich dokumentieren. Die Dokumentation der Provenienznachweise wurde auf Grundlage der im August 2014 in Branitz in der Bibliothek recherchierten Vorlagen erstellt. Sie soll die Provenienznachweise an den noch fehlenden Buchbeständen Pückler-Callenberg-Bibliothek unterstützen.