Patenbecher mit graviertem Wappen der Ausburger Familie Baldinger
Darstellung: Wappen (Baldinger, Familie), Laubwerk, Bandelwerk;
Befund: Auf der Unterseite des Bodens: Meisterzeichen 'P.S in Zweipass (liegend)', für Philipp Stenglin (Meister 1693, gest. 1744); Beschauzeichen 'Pyr', für Augsburg, vor 1722; Tremolierstich; handschriftlich mit roter Farbe "64/34" (Inv.-Nr. des Bayerischen Nationalmuseums). Auf der Außenseite der Wandung: graviertes Wappen 'Steigender Windhund in schräg geteiltem Schild' (Vollwappen der Augsburger Familie Baldinger); gravierte Widmung "A.O. 1722. dem 1.7bris mittags 1/4 vor 12. Uhr ist gebohren, Veronica Elisabetha Baldingerin. ihr Gevatter. Albrecht Baldinger. G.G.G."./A.G., 2018
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Ankauf (nach Zwangsablieferung von Silber)
1939 Ankauf durch das Bayerische Nationalmuseum vom Städtischen Leihamt München. 1961 Abgabe vom Bayerischen Nationalmuseum an die Finanzmittelstelle München des Landes Bayern (als Vertretung des Landes Bayern in Rückerstattungssachen) zur Restitution an anspruchsberechtigte Personen. 1964 Rückgabe an das Bayerische Nationalmuseum durch die Finanzmittelstelle München, da keine anspruchsberechtigte(n) Person(en) ermittelt bzw. keine Ansprüche geltend gemacht werden konnte(n). 1964 neu inventarisiert: 64/34 = 39/201.
Provenienzforschung: 1939 von Dr. Kurt Martin Guggenheimer (geb. am 04.02.1902 in München) als Zwangsablieferung von Edelmetall (Silber) gemäß der "Dritten Anordnung auf Grund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden" vom 21.02.1939 an das Städtische Leihamt München: A[nkaufs]V[erzeichnis] 2089 = Nr. 2012 der Ankaufsstelle des Städtischen Leihamts München ("Verkauf von Kunst- und Seltenheitswerten an das Bay[erische] Nationalmuseum München, aus dem Bestand von j[üdischen] Silber-Gegenständen", vom 23.05.1940; BNM-Dok. 200). 1939 Ankauf durch das Bayerische Nationalmuseum vom Städtischen Leihamt München (Silberverwertungsstelle: AV 2089/Nr. 2012) für RM 21,00.- (Silber: 105,0 g). Vorprovenienz unbekannt./A.G., 2018
Memorial: Dr. Kurt Martin Guggenheimer (*München 04.02.1902) konnte im August 1939 nach England emigrieren. Seine Mutter Klara Guggenheimer, geb. Lerchenthal (*Nürnberg 08.10.1872), verstarb (mit unbekannter Todesursache) am 18.06.1936 in München; seine Schwester Johanna Helene Buff, geb. Guggenheimer (*München 05.01.1904), konnte 1934 zusammen mit ihrem Ehemann Dr. jur. Heinrich Buff (*München 30.10.1885) nach den USA emigrieren, der dort am 05.12.1938 in San Francisco/California verstarb. [in: "Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945"]./A.G., 2019
Staatliche Museumsagentur Bayern
Referat für Provenienzforschung
Landshuter Allee 8
80637 München
Deutschland