Laterne
Die Laterne besteht aus zu einem Zylinder geformten Messingblechen, auf dem ein aus gleichen Materialien bestehender Kegel sitzt. An seiner Spitze ist ein breiter Ring angebracht.
Eine breite, über ein Drittel der Wand gehende Tür, die fast die Höhe des Zylinders hat, ist mit einem einfachen Schanier an der Wandung befestigt und mit einem Klemmverschluß versehen.
Die Punkt- und Schlitzornamentik mit einem Meißel vermutlich von hinten (innen) durchgeschlagen oder ausgestanzt.
Sie bedeckt fast die gesamte Oberfläche und ist auf dem Zylinder zu zwei großen Quadraten geordnet, einen auf der Tür und eines nimmt die übrige Wand ein. Auf dem Kegel ist sie in Form zweier konzentrischer Bänder vorhanden.
Zwischen diesen Bändern befinden sich noch größere ausgestanzte Löcher in regelmäßigem Abstand zueinander.
Die einzelnen Bleche sind durch Nieten aneinander befestigt. Boden und Hut (Kegel) sind an den Zylinderteil angelötet.
Im Inneren auf dem Boden sitzt eine zylinderförmige Kerzentülle.
Augenscheinlich nachträglich ist die Laterne mit folgender Vorrichtung zusätzlich ausgestattet worden:
Im Inneren, kurz unterhalb des Kegels, ist eine Querstange befestigt, mit zwei außen sichtbaren Kupfernieten. An dieser Stange ist eine Schraubfassung für Glühbirnen angebracht. Nachträglich hat sich eine Glühbirne gefunden, die in diese Fassung paßt.
Der Glaskörper ist zylinderförmig und erweitert sich zum Kopf hin ein wenig. Aus dem Kopf ist eine kleine Spitze herausgezogen. Die Birne ist von der Firma Osram hergestellt, wie aus den Einritzungen auf der Fassung hervorgeht und trägt die Nummer 16 * 235 V 0 II 3,365. Auf dem Glaskörper ist, nur schwer erkennbar, der Hinweis ""NUR FÜR DEUTSCHLAND"" eigeschliffen.
Von dieser führt ein Elektrokabel durch eines der Löcher im Kegel nach außen.
Farbe: dunkel-bräunlich-gold, teilweise rötlich (vermutlich ist das Messing mit Braunfirnis überzogen worden, um ihn das Aussehen von Bronze zu geben)
An Kanten und Ritzen ist grünlich-weiße Patina zu sehen.
Für Laternen dieser Art aus Messingblech finden sich nur Belegstücke, die aus dem 19. Jh. stammen (vgl. Hempel, S. 53-55).
So ist zu vermuten, daß auch diese Laterne ein Produkt des 19. Jh. ist.
Die später angebrachte Einrichtung zur elektrischen Beleuchtung stammt dem verwendeten Material nach aus dem Zeitraum 1930-50."
Dieses Objekt stammt vermutlich aus dem Eigentum von Clara Marx und wurde zur Zeit der NS-Diktatur dem Bestand des "Haus der Heimat - Sauerländisches Friedrich Harkort Museum" durch einen Ankauf zugeführt. Das Geld dafür erhielt sie aber nicht, da es angeblich wegen rückständiger "Judenvermögensabgaben" direkt an das Finanzamt gegeben wurden.
Teile der Sammlung - wie dieses Objekt - gingen in der Nachkriegszeit in den Besitz des Stadtmuseums Hagen über
Archäologiemuseum Hagen - Wasserschloss Werdringen & Stadtmuseum Hagen
Museumsplatz 1-3
58095 Hagen
Deutschland