Fahne "Volkschor Northeim"
Langrechteckiges Banner aus Woll- oder Zellwollstoff (Leinwandbindung).
Vorderseite: Linke Seite grüner Stoff, rechts in rotem Stoff. In Frakturschrift in drei Zeilen maschinell aufgestickt (in gelbem Baumwollzwirn, Plattstich) der Schriftzug: "Volks-Chor Northeim 1930". Zentral das Emblem des Deutschen Arbeiter-Sängerbunds in den Farben schwarz, rot und gelb: unten Die Buchstaben DAS, darüber die gelbe Silhouette rauchender Fabrikschlote vor einem roten Hintergrund; die Sonne darüber als Note gestaltet. Banner unten spitz zulaufend, Kante mit goldfarbenen Bouillonfransen.
Rückseite: in drei vertikalen Stoffbahnen (schwarz, rot, gold). Im mittleren Feld vierzeilig in Fraktur aufgestickt (gelb): "Sind wir von der Arbeit müde, Ist noch Kraft zu einem Liede.“ Das Banner ist horizontal an einem Holzstab aufgehängt, dessen Enden zieren Messingknöpfe. An der Aufhängung sind zwei Bouillon-Zierquasten angebracht, der untere Rand der Fahne ist mit goldfarbenen Metallfransen besetzt.
Die Provenienz der Fahne ist ungeklärt. Der Volkschor Northeim war der Gesangverein der Arbeiter in Northeim. Gegründet als Handwerkergesangverein im Jahr 1905 gewannen in den 1920er-Jahren die politisch links orientierten Arbeiter die Oberhand im Verein. Anfang der 1930er-Jahre sang der Volkschor häufig bei Veranstaltungen der örtlichen SPD. Im April 1933 versuchte der Volkschor eine ""völlige Neuorientierung"" und trat aus dem Deutschen Arbeitersängerbund aus. Die NSDAP verlangte aber darüber hinaus den Rücktritt der Chorleitung und des Vorstands, was der Verein aber ablehnte. Daraufhin löste er sich am 23.4.1933 auf (William Sheridan Allen. ""Das haben wir nicht gewollt!"". Die nationalsozialistische Machtergreifung in einer Kleinstadt 1930-1935. Güterlsoh 1966, S. 229-230)
Der Verein muss nach dem Krieg wiedergegründet worden sein. Im Sommer 1946 gab er zwei Konzerte im 1910er-Saalbau in Northeim.
Heimatmuseum Northeim
Am Münster 32/33
37154 Northeim
Deutschland