Konstruktivistische Darstellung einer Fassadenfront mit spitzen Dächern (recto) / Expressionistisches Interieur mit Blumenvase (verso)
Das Leinentuch ist lose. Ob es jemals gerahmt worden ist lässt sich nicht eindeutig klären. Stecknadellöcher und Rostspuren am oberen und unteren Rand, sowie Leim- und Klebebandreste, deuten darauf hin, dass das Gemälde im Querformat bereits aufgehängt und fixiert worden ist. Auf recto oben rechts (wohl) mit dem Ende des Pinselstiels direkt in die Malschicht eingekratzt die Signatur „WWauer“ und die Datierung „Juli 44“.
Auf recto: Konstruktivistische Darstellung einer Fassadenfront mit spitzen Dächern, seitlich durchdrungen von runden, geometrischen Elementen und keilförmig, spitz zulaufenden Formen. Vorstellbar, dass es sich hierbei um eine Ölstudie für ein Bühnenbild handeln könnte.
Auf verso: In grellen Farbtönen und dunkler Konturhaftigkeit gehaltenes expressionistisches Interieur mit Kratzinterventionen. Es zeigt eine Blumenvase, mit einer roten und einer gelben Blume als Inhalt, vor einem geschlossenen Fenster mit Fensterbrett als Sitzmöglichkeit.
„William Wauer. Anläßlich des 90. Geburtstages“, in: Grosse Berliner Kunstausstellung 1956, 25.05. bis 01.07. in den Ausstellungshallen am Funkturm (Charlottenburg), Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung, Berlin 1956 (unpaginiert).
Anna Lent, „Es waren die Tage des revolutionären Aufstandes auf geistig kulturellem Gebiete – William Wauer „Erlebtes Leben“ von 1866 bis 1962“, in: William Wauer und der Berliner Kubismus. Die plastischen Künste um 1920, Ausstellungskatalog hrsgg. von Marc Wellmann zur gleichnamigen Ausstellung im Georg-Kolbe-Museum Berlin / Edwin Scharff Museum Neu-Ulm, Köln 2011-2012, S. 14-23.
Gerhard Kolberg, „Vom Aufbruch bis zur Verfemung“, in: Die Expressionisten. Vom Aufbruch bis zur Verfemung, Ausstellungskatalog hrsg. von Roland Mönig zur gleichnamigen Ausstellung im Museum Ludwig, Köln 1996, 27ff.
„William Wauer“, in: 13 Wieder-Entdeckungen. 13 Redecouvertes. 13 Re-discoveries, hrsg. von Carl Laszlo, Basel 1976, 172 unpaginierte Seiten.
Kunstmuseum Reutlingen
Eberhardstraße 14
72764 Reutlingen
Deutschland